Interviews
Dark Feather Magazin

(Ausgabe 5, Juni 2009)

Mit Eurem Musikstil, der da von harten Gitarrenriffs bis zur klassischen Musik reicht, das Ganze noch garniert mit einer herausragenden Sopranstimme von Sängerin Stefanie hebt Ihr Euch definitiv aus dem Genre heraus! Wie und aus welcher Motivation ist dieser angenehm und interessant eigenständige Stil entstanden?

Sleeping Sin war ursprünglich als „Nightwish“-Coverprojekt gedacht, und die Band existierte von Anfang 2006 bis Anfang 2007 auch in diesem Sinne; aber es zeichnete sich von Beginn an ab, dass da der Wunsch nach etwas eigenem ist. Und wir gaben (und geben) uns alle Mühe, keine Kopie irgendeiner bekannten Band zu sein.

Wo liegen denn Eure musikalischen Einflüsse und Vorbilder?

„Nightwish“ wurde schon genannt, und auch andere Bands ähnlichen Stils haben uns sicher beeinflusst (Die Namen „Within Temptation“ oder „HIM“ fielen bei uns öfter). Zudem gibt es einige Inspirationen in der Filmmusik, was sich insbesondere in den Keyboardspuren widerspiegelt.

Eure Texte zeugen von lyrischem Tiefgang. Was inspiriert Euch beim Songwriting und wie verläuft jener bei Euch?

Das Songwriting (Melodien, Harmonien, grundlegende Rhythmen und Riffs sowie die Texte) obliegt Keyboarder Alex, wobei immer Spielraum für eigene Ideen bleibt. Die Band steht dankenswerterweise geschlossen hinter diesem Konzept.

Ihr präsentiert Eure Songs ausschließlich in deutscher Sprache, wie wichtig ist diese für das Gesamtkonzept von Sleeping Sin?

Wir sind erst seit 2009 deutschsprachig unterwegs – vorher gab es nur englischsprachige Songs. Der Sprachwechsel bedeutete eine weitere Abgrenzung und eine Orientierung am deutschsprachigen Markt, auf dem die Band sich ja bewegt.

Schaut man Eure Concert-List der letzten zwei Jahre an, kann man nur sagen..da habt Ihr ja schon einiges auf die Beine gestellt. Wie lange gibt es Sleeping Sin eigentllich schon?

Wir existieren in der aktuellen Besetzung seit Anfang 2007; zuvor hatte die Band aber bereits ein Jahr existiert, und vier von sechs heutigen Mitgliedern waren auch Anfang 2006 bereits mit von der Partie.

Und für alle, die Euch noch nicht gesehen haben, wie muss man sich eine typische Sleeping Sin Show vorstellen?

Wir lieben das Live Spielen auf der Bühne, und das spüren die Zuhörer. Die Show soll leidenschaftlich sein und die Menschen im Saal verzaubern. Das ist uns bisher gut gelungen, dennoch versuchen wir, uns bei jedem Auftritt weiter zu entwickeln und es noch besser zu machen – da sind wir allesamt Perfektionisten.

Gibt es eigentlich schon offizielle Veröffentlichungen von Euch oder wie vertreibt Ihr Eure Musik?

Wir vertreiben unsere Musik bisher hauptsächlich über Internetplattformen, offizielle Veröffentlichungen gab es noch nicht. Wir sind aber dran...

Was steht demnächst bei Euch auf dem Plan, was sind Eure zukünftigen Ziele und Wünsche?

Wir haben noch einiges vor! Eine CD – Veröffentlichung und eine Tour über die Grenzen Hamburgs hinaus waren seit eh und je unser Ziel, aber es sollte noch mehr möglich sein. Wir haben das Interesse eines renommierten Musikverlages geweckt und Plattenvertragsverhandlungen stehen ebenfalls in Aussicht.

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:

Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und Metal-Szene?

Eher schlecht; leider ist das Interesse an jungen, unbekannten Bands allgemein gering, auch dann, wenn die Band sehr gut ist, und in Subkulturen wird das Problem noch mal intensiviert. Wir haben das Glück gehabt, einerseits in Hamburg auf eine recht lebendige „dunkle Szene“ zu treffen und andererseits mit unserer Musik auch Menschen anzusprechen, die normalerweise mit Gothic oder nicht einmal mit Metal etwas anfangen können.

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Myspace ist eine Chance, die eigene Band ohne Unkosten zu promoten, und von daher sicher eine gute Idee. Leider ist Myspace mittlerweile viel zu überlaufen, und ebenso wie in den Clubs stoßen unbekannte Bands kaum auf das Interesse der anderen Communitynutzer.

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Mit schlechten Erfahrungen kann vermutlich jede Band, die einmal versucht hat, sich in einer größeren Stadt „nach oben zu spielen“, Seiten füllen; unzuverlässige Veranstalter und asoziale Kollegen-Bands, Jurys bei Bandbattles, die bei der Hälfte der zu bewertenden Bands gar nicht anwesend sind, stundenlange Wartezeiten und leere Clubs... aber für Sleeping Sin kam es nie in Frage, aufzugeben. Die Stimmung in der Band ist sehr gut, es wird gegenseitig unterstützt und jeder tut, was er kann; das macht es leichter. Und dann gibt es diese schönen Momente eines knallvollen Clubs, der so laut jubelt, dass wir das Einzählen unseres Schlagzeugers kaum noch hören, oder sehr positive Kritiken in der Presse.
Und last but not least, eine immer größer werdende Gruppe aus treuen Fans, die uns bei fast jeder Show unterstützt. Das ist einfach klasse!

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

„Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist“. Victor Hugo Wir bedanken uns ebenfalls!